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  • Dr. Yvonne Reyhing

Veränderungen begleiten

Wie du dein Kind auf Veränderungen im Leben vorbereiten und diese begleiten kannst



Im Leben gibt es immer wieder Veränderungen. Veränderungen sind immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden, denn man weiß nie ganz genau «wie es werden wird». Es gibt natürlich individuelle Unterschiede, wie wir mit Veränderungen umgehen, ob sie uns leichter fallen oder schwerer, ob wir «immer mal wieder eine Veränderung brauchen» oder lieber die Stabilität vorziehen.

Das gilt auch für unsere Kinder. Doch bei unseren Kindern kommt noch hinzu, dass Veränderungen für sie noch viel weniger vorhersehbar und abschätzbar sind als für uns Erwachsene. Auch sind die Kinder bei vielen Entscheidungen zu einer Veränderung nicht wirklich einbezogen, aber ebenso von den Veränderungen betroffen. Beispielsweise bei einem Umzug oder bei Familienzuwachs.


Daher möchte ich dir gerne ein paar Ideen geben, wie du dein Kind im Umgang mit Veränderungen unterstützen kannst. Ich möchte dies gerne allgemein machen und zudem spezifisch für die Veränderungen der Familienkonstellation, wenn ein Geschwisterchen unterwegs ist.


Liebe Mama, lieber Papa, so kannst du mich bei Veränderungen unterstützen:

  • Gib mir Sicherheit und Halt, das brauche ich jetzt am allermeisten.

  • Rede mit mir frühzeitig über die bevorstehende Veränderung. Ich merke es sowieso, wenn etwas «im Busch» ist.

  • Rede regelmäßig mit mir darüber, ohne das Thema ständig in den Mittelpunkt zu stellen.

  • Beantworte meine Fragen ehrlich, aber altersgerecht.

  • Bezieh mich mit ein, sodass ich die Veränderung «selbstwirksam» mitgestalten kann.

  • Spiele mit mir Rollenspiele zu diesem Thema

  • Lies mir Bücher zum Thema vor, damit ich die Situation besser verstehen kann und vielleicht auch ein Vorbild habe, wie man damit umgehen kann (z. B. der Charakter im Buch)

  • Höre mir zu und beobachte mich, dann kannst du besser erkennen wie es mir geht und was ich brauche.

  • Habe Geduld mit mir, es kann gut sein, dass ich mit Gefühlsausbrüchen zu kämpfen habe.

  • Habe Verständnis für meine Zwiespältigkeit – in manchen Momenten freue ich mich vielleicht über/auf das was kommt, in anderen habe ich vielleicht Angst davor.

  • Nimm meine Ängste ernst, auch wenn sie für dich nicht real erscheinen.


Ich bekomme ein Geschwisterchen, neben den schon genannten Punkten kannst du mich bei dieser besonderen Veränderung auch noch so unterstützen:

  • Lass mich an deiner/eurer Vorfreude teilhaben. Sprecht mit mir über die schönen Gefühle, die du/ihr habt.

  • Sei ehrlich, aber mach mir bitte keine Angst vor Einschränkungen, die das für mich vielleicht haben wird. Auch wenn ich bald öfters teilen muss und mein Geschwisterchen vor allem am Anfang viel Aufmerksamkeit benötigt, ist das doch bestimmt nicht das, was unser Leben mit dem Baby insgesamt ausmacht, oder?

  • Sag mir und zeig mir ganz deutlich, dass du mich weiterhin so lieb hast wie bisher und mein Geschwisterchen nicht meine Konkurrenz sein wird.

  • Ermögliche mir, mit meinem Bauch-Geschwisterchen zu reden, es zu streicheln, seine Tritte zu spüren – aber dränge es mir nicht auf, akzeptiere, wenn ich es (gerade) nicht möchte, ohne darüber enttäuscht zu sein



Bei diesen Tipps bitte ich dich zu beachten, dass jedes Kind und auch jeder von uns Erwachsenen unterschiedlich ist und daher nicht alles auf dich und dein Kind zutreffen muss bzw. hilfreich sein wird. Dennoch möchte ich dir damit eine Richtung, eine Idee geben, wie du dein Kind in Veränderungen unterstützen kannst.

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