• Dr. Yvonne Reyhing

Kinderbücher

Bücher sind wahre Schatzkisten. Das gilt ganz besonders für Bilder- und Kinderbücher. Denn das gemeinsame betrachten oder vorlesen der Bücher beinhaltet neben dem Inhalt der Bücher auch ganz viel Nähe, Intimität und Zeit füreinander und das stärkt eure Beziehung! Diese gemeinsame Zeit kann dein Kind in vollen Zügen genießen, aber auch du. Gerade wenn die Kinder älter werden und nicht mehr so viel Körperkontakt wollen und/oder brauchen, oder wenn sie generell nicht so die «Kuschler» sind, dann sind die gemeinsamen Vorlesemomente doch meist mit engem Körperkontakt und viel Zugewandtheit verbunden. Für mich sind diese Momente immer wieder zauberhaft. Ich genieße diese gemeinsamen Momente, in denen wir in ein Buch eintauchen und uns über die Figuren, die Handlung oder ähnliche Erlebnisse in unserem Leben austauschen.

Doch dieser wundervolle Aspekt der gemeinsamen Beziehungspflege und der Zeit füreinander ist noch gar nicht alles, denn klar, Bücher bieten auch ein unglaubliches Potenzial an Lerngelegenheiten. Bücher können die ganze Welt zu dir ins Wohnzimmer bringen, – du kannst Fantasiereisen erleben, anderen Familien in den Urlaub folgen oder ein Unterwasserabenteuer erleben. Ganz nebenbei erfährt dein Kind neue Sachen, kann vielleicht eigene Erlebnisse einordnen oder auch verarbeiten oder seine:ihre eigene Fantasie aufleben lassen. Gemeinsam könnt ihr euch über die Bücher unterhalten und die Geschichten einordnen, weitererzählen oder vielleicht auch im Fantasiespiel nachspielen.


Und natürlich sind Bücher auch für die Sprachentwicklung von ganz besonderer Bedeutung.

Dazu lasse ich aber wieder drei der Studierenden des Masters Frühe Kindheit zu Wort kommen. Sie beschreiben die besondere Wirkung von Büchern für die Sprache und auch, wie Erzieher:innen das in der Kita machen und was das dialogische Bilderbuchbetrachten meint.


 

Weshalb ist das Betrachten von Bilderbüchern so wertvoll?

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Bilderbücher fördern die Sprachentwicklung von Kindern. Besonders dann, wenn ein Dialog zwischen den Eltern und dem Kind über die Geschichte entsteht, wird die Sprachentwicklung der Kinder gefördert. Durch die Interaktion mit dem Kind lernt dieses Fragen zu stellen und Antworten zu geben. Beim gemeinsamen Betrachten eines Bilderbuches geht es nicht um das Vorlesen der Geschichte, sondern um die Entwicklung einer gemeinsamen Interaktion. Dabei sollte das Buch dem Alter und den Interessen des Kindes angepasst sein. Wenn die Neugier des Kindes für die Geschichte geweckt ist, kann eine für beide Seiten gewinnbringende und anregende Lerngelegenheit geschaffen werden. Bilderbücher können als einfaches Werkzeug wirksam zur Förderung der Sprache des Kindes eingesetzt werden. Mein Name ist Julia Rickenbach, ich bin Hebamme und Studierende im Master Frühe Kindheit der Pädagogischen Hochschule Thurgau und der Universität Konstanz.



Bilderbücher und Sprache


Bilderbücher stellen ein wichtiges Hilfsmittel dar, um bereits in der frühen Kindheit vielfältige Kompetenzen zu fördern.

In der Sprachförderung* werden Bilderbücher oftmals eingesetzt, um sowohl den Wortschatz zu erweitern als auch grammatische Strukturen zu fördern. Die frühkindliche Sprachentwicklung ist essenziell, denn sie legt den Grundbaustein für die zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerbenden Lese- und Schreibkompetenzen. Außerdem wird angenommen, dass die Bilderbuchbetrachtung förderlich für die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Kommunikationsfähigkeit ist.

Demnach sind Bilderbücher unerlässlich und gehören in jedes Kinderzimmer.


*Anmerkung YR: Sprachförderung meint hier das grundsätzliche Unterstützen beim Erlernen einer Sprache, – also bei jedem Kind, nicht nur die Förderung bei Sprachschwierigkeiten.


Ich heiße Özge Kocaoglu, bin 28 Jahre alt und von Beruf Sprachförderkraft und Fachkraft für Integrationspädagogik. Durch meine Tätigkeit in einer Kindertagesstätte konnte ich mir viele wertvolle Fertigkeiten aneignen. Um diese zu erweitern, habe ich mich für ein Masterstudium entschieden. Seit Oktober 2021 bin ich Studentin des MAFK an der Universität Konstanz und der Pädagogischen Hochschule Thurgau.



Sprachförderung* durch Bilderbücher – wie machen das die Fachkräfte in den Kitas?


Durch Bilderbücher kann die Sprachentwicklung bei Kindern gefördert werden. Für eine pädagogische Fachkraft bietet ein Bilderbuch das ideale Mittel, um mit Kindern ein Gespräch zu beginnen und gleichzeitig auch deren Kompetenzen zu fördern.

Insbesondere das dialogische Lesen wird bei Kindern zwischen null und sechs Jahren eingesetzt. Dadurch werden das Sprachverständnis, die Sprachflüssigkeit und der Wortschatz der Kinder erweitert. Bei diesem Verfahren wendet die pädagogische Fachkraft eine unkomplizierte Sprachlehrtechnik an, während sie sich das Buch mit einem Kind anschaut. Während des gemeinsamen Betrachtens kommen bestimmte Fragetechniken zum Einsatz und es werden offene oder ergänzende Fragen an das Kind gestellt. Dabei liegt der Fokus auf der Interaktion mit dem Kind und nicht auf dem Vorlesen. Weil das Buch als Impuls für die Interaktion dient, sollte die pädagogische Fachkraft bei der Auswahl der Bücher die Bedürfnisse und Interessen des Kindes miteinbeziehen. Zudem wird in diesem Zusammenhang auch die kognitive Fähigkeit des jeweiligen Kindes beansprucht und es lernt dadurch, die Sprache richtig anzuwenden.

Abschließend kann gesagt werden, dass Bilderbücher für Kinder eine wirksame Förderstrategie in der Sprachentwicklung darstellen. Aus diesem Grund sollte jede Gelegenheit genutzt werden, das Buch als ein bedeutsames Medium in den Alltag eines Kindes zu integrieren.


*Anmerkung YR: Sprachförderung meint hier das grundsätzliche Unterstützen beim Erlernen einer Sprache, – also bei jedem Kind, nicht nur die Förderung bei Sprachschwierigkeiten.


Ich bin Arlinda Idrizi und 28 Jahre alt. Von Beruf bin ich ausgebildete Primarlehrperson und vikarisiere zurzeit in verschiedenen Schulhäusern und Kindertagesstätten. Dadurch erhalte ich die Möglichkeit, mir viel Wissen über die verschiedenen Schulkonzepte anzueignen.

 

Für mich ist dabei ein Aspekt ganz besonders herausragend: nämlich, dass durch eine so einfache und in vielen Familien alltägliche Tätigkeit so unglaublich vieles bewirkt werden kann und das auf ganz verschiedenen Ebenen. Daher «liebe» ich Vorlesen und das gemeinsame dialogische Bilderbuchbetrachten so sehr und genieße jedes gemeinsam gelesene Buch in vollen Zügen.





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